Ist Eine Übersinnliche Erkenntnisweise Wissenschaftlich zu Begründen?
Gesprochen wird von dem, was Geisteswissenschaft als übersinnliche Erkenntnis aus dem Felde schlagen soll. Wenn der Geistesforscher selbst mit der Seelenbeobachtung, die notwendig ist, damit man überhaupt alles dasjenige vor sein Bewußtsein hinstellen kann, was heute ausgesprochen worden ist, wenn er mit dieser Selbstbeobachtung untertaucht in das menschliche Seelenleben, dann findet er das Folgende: Erstens dadurch, daß das Denken die Tendenz hat, den Menschen in den Abgrund des Nichtseins hineinzustoßen, zunächst in das Nichtsein gegenüber der äußeren Sinneswelt, dadurch, daß der Mensch einen gewissen, wenn ich so sagen darf, Horror vor diesem Eintauchen in das Denken hat, insofern dieses Denken durch wirkliches Eintauchen seine wirkliche Gestalt gewinnt, dadurch stellt sich der Geistesforschung gegenüber nicht das Bedürfnis ein, von ihr ausgehend in die Natur des Nachdenkens wirklich einzudringen. Man meidet dieses Eindringen in die Natur des Nachdenkens. Man kommt allerdings nicht darauf, warum man es meidet. Man meidet es aus dem unterbewußten Gefühl heraus, das aber deshalb nicht weniger tätig ist und über das man nicht Herr ist, gerade weil es unterbewußt ist. Es ist ein gewisses Gefühl der Furcht, der unterbewußten Furcht vor dem Anfangen bei dem Nichtsein. Und diese unterbewußte Furcht erzeugt in ihrem Gegenpol die Interesselosigkeit in ihren geistigen Untergründen gegenüber den Naturerscheinungen selber. Man will nicht auf Naturerscheinungen da hinschauen, wo sie überall zeigen, daß sie aus sich selber nicht erklärbar sind. Man muß weitergehen, man muß von ganz anderer Seite her die Ergänzung zu ihnen suchen. Interesselosigkeit, Stehenbleiben, wo man eigentlich tieferdringen sollte, das ist der Gegenpol zur Furcht. Wiederum eine unterbewußte Interesselosigkeit. Das auf der einen Seite, sehr verehrte Anwesende.