Ist Eine Übersinnliche Erkenntnisweise Wissenschaftlich zu Begründen?

GA 73/1918-10-08/p053 ·1918-10-08 · original (original)
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Ich will, weil es wirklich viel zu sehr unsere Zeit, die uns ja nur bis zehn Uhr gestellt ist, in Anspruch nehmen würde, von diesen beiden Begriffen zunächst auf den Stoff eingehen. Wenn man die Anschauungsweise, die ich heute charakterisiert habe und diesen Forschungsweg auf so etwas anwendet, wie zum Beispiel eben der Stoff ist, dann kommt man immer mehr dahin, zu sehen, daß der Mensch eigentlich zwischen zwei Klippen steht - ich habe Ihnen ja heute diese Klippen schon verschiedentlich charakterisiert —, zwischen zwei Klippen seines ganzen Verhältnisses zur Welt. Auf der einen Seite ist der Mensch fortwährend gedrängt, die sich ihm darbietenden Vorkommnisse und Dinge, wie man sagt, anthropomorphistisch zu denken, sie zu vermenschlichen, sie so vorzustellen, daß er dasjenige, was er in innerer Erfahrung oder sonst an sich selber erfährt, auf das Äußere überträgt; oder aber er ist genötigt, streng stehenzubleiben bei der bloßen Beobachtung, und sich gar keine Vorstellungen zu bilden. Die meisten der verehrten Zuhörer werden wissen, wie sehr diese zwei Klippen das Menschengeschlecht durch alle Zeiten in bezug auf das menschliche Denken in Anspruch genommen haben. Insbesondere dann, wenn man an so etwas kommt wie Stoff und Kraft, dann zeigt sich, daß man mit den gewöhnlichen Anschauungen durch diese Klippen nicht hindurchkommen kann. Sie können sich vorstellen, daß, wenn man mit der vollständigen Änderung des wissenschaftlichen Sinnes, wie ich sie heute angedeutet habe, an diese Dinge herantritt, manches sich gerade entgegengesetzt der gewöhnlichen Anschauung ergeben muß.

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Cite: GA 73/1918-10-08/p053 · edition original