Scientific Disciplines and Anthroposophy
Diese Betrachtungen, die heute Herr Dr. Kolisko angestellt hat, sind außerordentlich fruchtbar und sollten gerade für die Chemie weiter ausgebildet werden. Dann würde man allerdings sehen, daß der Gang der Entwicklung so ist, daß man in alchemistischen Vorstellungen, auch in dem Merkurstab, den man da besonders pflegte, gewisse, den Wirklichkeiten doch angemessene Begriffe erzeugte, daß dann die Zeit kam der atomistisch-mechanistischen Denkweise, die alles mit einer Schicht von Unverständlichkeit bedeckt hat. Wir müssen uns wiederum durcharbeiten zu einer Betrachtung, die eine der Wirklichkeit angemessene ist. Dazu ist aber notwendig — das ist dasjenige, was ich an den Vortrag von Herrn Dr. Kolisko noch anknüpfen möchte, namentlich, um auch diese beiden Fragen ganz exakt zu beantworten -, dazu ist notwendig, daß wir dahin kommen, auch Herrn Blümel möchte ich das sagen, daß wir dazu kommen, das Intensive ins Auge zu fassen, und die Extension, das Extensive auffassen zu lernen als eine Funktion des Intensiven, und umgekehrt, das Intensive als eine Funktion des Extensiven, so daß man also wirklich diese beiden Dinge, die so nebeneinander stehen, auseinander ableiten kann. Wenn es möglich sein wird, Intensives und Extensives in einen Funktionszusammenhang zu bringen, wird es auch möglich sein, diese Symbolik, die man braucht, um dieses periodische System ganz zu durchschauen, zu entwickeln, sonst bleibt immer ein unverstandener Rest.
Cite:
GA 73a/1920-03-13/p019 · edition original