Fragenbeantwortung

GA 73a/1920-03-25/p014 ·1920-03-25 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Dieser Wille ist es ja, der unter dem Materialismus geradezu verlorengegangen ist. Das Automatenhafte, das hat die moderne Menschheit ergriffen. Ich möchte einmal - es wäre eine ziemlich ausführliche Aufgabe - analysieren den Willensfaktor, sagen wir bei einem jetzigen Gang-und-Gäbe-Philosophieprofessor oder überhaupt bei einem Universitätsprofessor. Ja, meine sehr verehrten Anwesenden, wenn man absieht von demjenigen, was er in fortlaufender Automatisierung tut, die in ihn eingedrungen ist während seines Bildungsganges, was bleibt denn eigentlich noch da für seinen Willen? Dasjenige bleibt noch für seinen Willen, was hinf[zielt] in das Anstellungsgesetz, in das Anstellungsdekret; das tut er, wozu er getrieben wird durch sein Eingefügtsein in irgendeinen Staatszusammenhang oder professoralen Zusammenhang oder dergleichen. Analysieren Sie das, was als Willenselement in einer solchen Tätigkeit, also in der Tätigkeit einer recht sehr führenden Persönlichkeit eigentlich darinnenliegt und versuchen Sie dann zu vergleichen, wie anders dieses Willenselement ergriffen werden muß von dem, was geisteswissenschaftliche Entwicklung bei einem Menschen ist, dann bilden Sie sich eine Vorstellung davon, wie diese Geisteswissenschaft dazu berufen ist, den Menschen erst herauszuführen aus dem Stadium des Automaten, ihn wirklich zu einer Individualität zu machen.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/73a/1920-03-25/p014.json
Cite: GA 73a/1920-03-25/p014 · edition original