Geisteswissenschaft, Natur: Wissenschaft, Technik Geisteswissenschaft, Naturwissenschaft, Technik

GA 73a/1920-06-17/p006 ·1920-06-17 · original (original)
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Wenn wir Naturwissenschaft treiben, so haben wir im Sinne des heutigen Denkens zunächst etwas vor uns, was sich um uns herum ausbreitet als die Welt der sinnlichen Tatsachen. Und wir verwenden dann unser Denken, wir verwenden namentlich unser methodisch geschultes Denken dazu, aus einem entsprechenden Verfolgen dieser sinnlichen Tatsachen Gesetze zu finden. Wir suchen nach dem, was wir gewohnt sind zu nennen Naturgesetze, historische Gesetze und so weiter. Diese Art, sich zur Welt zu stellen, ist nun durchaus nicht etwas, was die Geisteswissenschaft etwa ablehnt, sondern sie will sich auf den festen Boden dieser Forschung stellen. Nur forscht sie, auf diesem festen Boden stehend, ich möchte sagen, indem sie vom Gesichtspunkt des menschlichen Lebens selbst ausgeht. Sie kommt, gerade weil sie ernst machen möchte mit naturwissenschaftlicher Forschung, einfach an jene Grenze naturwissenschaftlicher Erkenntnis, welche von besonnenen Naturforschern durchaus zugegeben wird. Und sie steht mit Bezug auf das, was Naturwissenschaft sein kann, ganz auf dem Boden derjenigen, die da sagen: In der Zusammenfasssung der äußeren Tatsachen dringen wir mit wissenschaftlicher Methodik bis zu einer gewissen Stufe vor, können aber nicht über eine gewisse Grenze hinauskommen, wenn wir auf dem Boden dieser naturwissenschaftlichen Forschung selbst stehenbleiben.

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