Geisteswissenschaft, Natur: Wissenschaft, Technik Geisteswissenschaft, Naturwissenschaft, Technik

GA 73a/1920-06-17/p034 ·1920-06-17 · original (original)
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Dann kam die neuere Zeit herauf, die Zeit der Naturwissenschaft. Ich möchte sagen, wir blicken zurück auf eine lange Zeit, die eigentlich erst ihren Schluß erreichte um die Mitte des 15. Jahrhunderts, auf eine lange Zeit der Menschheitsentwicklung, in der die Menschen nicht anders konnten, als dasjenige, was sinnlich um sie herum war, zugleich als Geistiges zu sehen. Wenn wir heute von Aggregatzuständen reden, von festen, von flüssigen, von Luftformen, dann reden wir so, daß wir das Materielle ins Auge fassen. Der alte Mensch, wenn er von dem sprach, was für uns heute die Aggregatzustände sind, so waren das für ihn wohl Elemente, aber diese Elemente waren nicht bloß das Materielle, es war das Geistige, das sich in ihnen offenbarte. Was als materielle Welt den Menschen umgab, war für ihn ebenso der äußere physisch-geistige Ausdruck für das Geistig-Seelische, wie für uns der physische Organismus ein Ausdruck ist für Geistig-Seelisches - aber alles instinktiv. Dieser Weg ist notwendig verlassen worden in den letzten drei bis vier Jahrhunderten, als die Menschheit überging zu etwas ganz anderem, was dann leitend wurde in der Zivilisation. Die Menschheit ging über zu dem, was das Naturanschauen heraushob aus dem bloßen Beobachten, das ja immer etwas verknüpft ist mit dem instinktiven, mit dem geistigen Schauen der Natur, was sich ja noch in dem Namen «Anschauung» verbirgt. Der Mensch ging über von dem bloßen Beobachten der Natur zu dem, was man nennen könnte experimentierendes Erfassen der Natur.

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Cite: GA 73a/1920-06-17/p034 · edition original