{"corpus":"steiner","locus":"GA 73a/1920-06-17/p041","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Damit kann man aber sagen: Indem die moderne Menschheit dazu gelangt ist, das Technische herausgezogen zu haben aus dem ganzen Umfang des Natürlichen, indem wir lernen mußten in der neueren Zeit, im Gebiet des Technischen so zu leben, daß wir mit dem menschlichen Bewußtsein in einem ganz anderen Verhältnis zum Technischen stehen als zu dem in der Natur Hervorgebrachten, sagen wir uns: Jetzt ist es zum ersten Mal, daß wir vor einer Welt stehen, die nun gewissermaßen seelisch durchsichtig ist. Die Welt der Naturforschung ist in einer gewissen Weise seelisch undurchsichtig; man blickt nicht auf den Grund. Die Welt des Technischen ist so wie ein durchsichtiger Kristall - natürlich seelisch verstanden. Damit ist wirklich eine neue Stufe der geistigen Entwicklung der Menschheit gerade mit der modernen Technik erstiegen. Damit ist etwas anderes eingezogen in die Entwicklungsgeschichte der Menschheit. Deshalb haben sich auch moderne Philosophen nicht zu helfen gewußt mit dem, was da in diesem modernen Bewußtsein gerade durch die Triumphe der Technik entstanden ist. Ich darf vielleicht hinweisen darauf, wie wenig die rein philosophische, spekulative Denkweise anzufangen wußte mit dem, was gerade von der Technik her das moderne Menschheitsbewußtsein ergriffen hat. Wir werden ja heute viel mehr ergriffen von dem, was ausgeht von leitenden, führenden Strömungen der Menschheitsentwicklung, als wir glauben. Dasjenige, was heute allgemeines Bewußtsein ist, war noch nicht da, als es noch kein Zeitungswesen gab, als der einzige geistige Verkehr der war, daß die Leute am Sonntag in der Kirche den Pfarrer von der Kanzel reden hörten. Das, was heute allgemeine Bildung ist, das fließt durch gewisse Kanäle von den führenden Strömungen in die breiten Massen hinein, ohne daß man sich dessen bewußt ist. Und so hat im Grunde genommen das, was durch das technische Bewußtsein gekommen ist, im Verlaufe einer sehr kurzen Zeit die Formen der Gedanken der breitesten Massen geprägt; es lebt in den breitesten Massen, ohne daß diese es wissen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Geisteswissenschaft, Natur: Wissenschaft, Technik Geisteswissenschaft, Naturwissenschaft, Technik","site_heading":null,"date":"1920-06-17","location":null,"word_count":315,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/73a/1920-06-17/p041","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/73a/1920-06-17/p041"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/73a/1920-06-17/p041","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null},"other_renderings":{"loci":[{"locus":"GA 75/1920-06-17","ga":"75","lecture":"1920-06-17","kind":"reprint","relation":"the same text served under another volume (a reprint or another edition)"}],"note":"The same lecture is also served at the loci listed, each with how it relates to this one. They are ONE witness, not independent attestations: quote the rendering you fetched, and do not cite another as corroborating it. Wording differs between translations, so a quotation found in one need not occur in the other."}}