{"corpus":"steiner","locus":"GA 73a/1920-06-17/p042","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Und so können wir sagen, daß da etwas ganz Neues eingezogen ist. Und da, wo sich ein Bewußtsein ganz einseitig gemacht hat — was wir in Europa glücklicherweise noch nicht erreicht haben -, wo sich ein Bewußtsein ganz einseitig, geradezu besessen gemacht hat von diesem Abgezogenen, da trat eine merkwürdige philosophische Richtung auf, der sogenannte Pragmatismus des William James und anderer, der da sagt: Wahrheit, Ideen, welche bloß Wahrheit sein wollen, das ist überhaupt etwas Unwirkliches. In Wahrheit ist bloß dasjenige Wahrheit, von dem wir sehen, daß es verwirklicht werden kann. — Wir bilden uns als Menschen gewisse Ziele; wir formen danach die Wirklichkeit. Und wenn wir uns sagen: das oder jenes ist nach einem Naturgesetze wirklich —, so bilden wir daraus ein entsprechendes Gebilde. Können wir in der Maschine, in der Mechanik das verwirklichen, was wir uns vorstellen, so ist für uns durch die Anwendung im Leben erwiesen, daß das Wahrheit ist. Aber es gibt keinen anderen Beweis als den der Anwendung im Leben. Und so ist nur dasjenige, was wir im Leben verwirklichen können, wahr. - Der sogenannte Pragmatismus, der alles logische innerliche Verfolgen der Wahrheit ableugnet und eigentlich nur die Bewahrheitung der Wahrheit durch das, was außen sich vollzieht, gelten läßt, figuriert heute in den breitesten Kreisen als amerikanische Philosophie. Und das ist etwas, was auch in Europa einige Leute seit Jahrzehnten, auch schon vor dem Kriege, ergriffen hatte.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Geisteswissenschaft, Natur: Wissenschaft, Technik Geisteswissenschaft, Naturwissenschaft, Technik","site_heading":null,"date":"1920-06-17","location":null,"word_count":232,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/73a/1920-06-17/p042","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/73a/1920-06-17/p042"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/73a/1920-06-17/p042","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null},"other_renderings":{"loci":[{"locus":"GA 75/1920-06-17","ga":"75","lecture":"1920-06-17","kind":"reprint","relation":"the same text served under another volume (a reprint or another edition)"}],"note":"The same lecture is also served at the loci listed, each with how it relates to this one. They are ONE witness, not independent attestations: quote the rendering you fetched, and do not cite another as corroborating it. Wording differs between translations, so a quotation found in one need not occur in the other."}}