{"corpus":"steiner","locus":"GA 73a/1920-06-17/p061","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Da hat man nicht ein Spekulieren über den Zusammenhang von Leib und Seele, sondern da verfolgt man ganz empirisch, wie man es als Naturforscher gewöhnt ist, nur mit höher entwickelten Denkmethoden, dasjenige, was eben beobachtbar ist. Nur ist das Ganze, was man um sich hat, auch geistig beobachtet. Und so kommt man dazu, nicht mehr in abstrakter, nebuloser Weise über Wechselwirkung von Leib und Seele und Geist zu sprechen, sondern man gibt an, wie in einem gewissen Lebensalter eine Kraft leiblich wirkt, die dann sich als Geistig-Seelisches emanzipiert in einem anderen Lebensalter. Und man gelangt dazu, mit dem Geist hineinzukommen in das Materielle, das Materielle geistig zu verstehen. Das ist das Eigentümliche, daß der Materialismus gerade das Materielle nicht verstanden hat, daß er eigentlich der Materie so gegenübersteht, daß sie unverstanden für ihn bleibt. Der Materialismus hat gerade die Materie nicht verstanden. Die Geisteswissenschaft, die hier gemeint ist, dringt durch ihre geistige Methode gerade zum Verständnis des Materiellen vor. Und es war tatsächlich den zuhörenden Ärzten und Medizinstudierenden [des Kurses für Mediziner] äußerst interessant, daß man ihnen zeigen konnte, wie man nun wirklich dazu gelangt, das Geistig-Seelische wirksam darzustellen im Leiblichen, wie man zum Beispiel darstellen kann, wie eigentlich das Herz in seiner Funktion aus der Geisteswissenschaft heraus in ganz anderer Weise begriffen werden kann als mit den Methoden der heutigen Physiologie oder Biologie.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Geisteswissenschaft, Natur: Wissenschaft, Technik Geisteswissenschaft, Naturwissenschaft, Technik","site_heading":null,"date":"1920-06-17","location":null,"word_count":224,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/73a/1920-06-17/p061","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/73a/1920-06-17/p061"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/73a/1920-06-17/p061","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null},"other_renderings":{"loci":[{"locus":"GA 75/1920-06-17","ga":"75","lecture":"1920-06-17","kind":"reprint","relation":"the same text served under another volume (a reprint or another edition)"}],"note":"The same lecture is also served at the loci listed, each with how it relates to this one. They are ONE witness, not independent attestations: quote the rendering you fetched, and do not cite another as corroborating it. Wording differs between translations, so a quotation found in one need not occur in the other."}}