Geisteswissenschaft, Natur: Wissenschaft, Technik Geisteswissenschaft, Naturwissenschaft, Technik

GA 73a/1920-06-17/p067 ·1920-06-17 · original (original)
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Ja, meine sehr verehrten Anwesenden, mit solchen Dingen ist man heute in weitesten Kreisen ein Sonderling, ein Schwärmer, und jedenfalls mutet man einem solchen nicht zu, daß er die Außenwelt wirklich realistisch durchschaut. Aber ich glaube doch, daß ich nicht fehlgehe, wenn ich sage: Die Anwendung der Geisteswissenschaft auf die gesamte äußere Welt läßt sich vergleichen mit dem folgenden. Wenn jemand ein hufeisenförmiges Eisen herlegt, da kommt ein Bauer und sagt: Damit werde ich mein Pferd beschlagen. - Ein anderer, der weiß, was das für ein Gegenstand ist, sagt zu ihm: Das ist kein Hufeisen, das ist ein Magnet, der dient zu etwas ganz anderem. — Der Bauer aber sagt: Was geht mich das an, ich beschlage mein Pferd damit. So kommt einem heute diejenige Wissenschaftlichkeit vor, die durchaus nicht zugeben will, daß das Geistige überall im Materiellen lebt. Wer das Geistige im Materiellen ableugnet, gleicht dem, der da spricht wie der Bauer: Was geht mich der Magnet an, ich beschlage mein Pferd mit dem Eisen. — Ich glaube allerdings, daß uns die Erkenntnis davon aufgehen muß, daß wir in allem Materiellen nicht bloß ein Abstrakt-Geistiges, sondern ein Konkret-Geistiges zu erkennen haben, daß wir uns aber dann bequemen müssen, im einzelnen dieses Konkret-Geistige ebenso zu studieren, wie wir das im Materiellen tun, und daß das einen Fortschritt in erkenntnismäßiger und in sozialer Beziehung für die Zukunft bedeuten wird.

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