{"corpus":"steiner","locus":"GA 73a/1920-06-17/p069","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Mit diesen Andeutungen glaube ich doch gezeigt zu haben, daß es sich nicht um ein Versündigen gegen die Einheit des Denkens handelt, sondern um eine Fortsetzung des Denkens über einen Grenzpunkt hinaus. So wie es nicht unmöglich ist, die Kräfte im Wasser zu einer ganz anderen Offenbarung zu bringen nach dem Durchgehen durch den Siedepunkt, so wird auch nicht gesündigt gegen das, was im kombinierenden Denken mit der Wahrnehmung erlebt wird, wenn man dieses Denken über den Grenzpunkt hinausführt. Es ist ganz selbstverständlich, daß dann eine Metamorphose des Denkens erreicht wird. Aber gegen eine irgendwie geartete Einheitlichkeit des Denkens ist damit durchaus nicht gesündigt worden. Sie werden überhaupt nicht finden, daß man durch die Geisteswissenschaft zur Ablehnung der Naturwissenschaft kommt, sondern man kommt gerade zu einer tieferen Durchdringung. Man kommt gerade zu dem, was ich für besonders wichtig für die Menschheitsentwicklung halte: zu einer das Leben befruchtenden Einführung der naturwissenschaftlichen Erkenntnisse in die ganze Weltauffassung, die aber nur dadurch bewirkt werden kann, daß wir von dem geistigen Anschauen des Natürlichen zum reinen Erleben des Geistigen aufsteigen, das sich dann auch in unser Wollen ergießen und in uns zu einer lebendigen Kraft werden kann. Weil es das kann, weil das lebendige Erkennen uns zu gleicher Zeit nicht nur weise, sondern auch geschickter macht, deshalb glaube ich an eine Menschenzukunft, an einen Menschenfortschritt, wenn in der Zukunft mehr, als es bisher der Fall war, hingeschaut wird auf das Geistige im Materiellen, wenn gesucht wird im Materiellen das Geistige, das dann auch übertragen werden kann auf das Soziale, so daß in der Zukunft die Lösung der sozialen Frage uns erscheinen wird als Durchgeistigung des sozialen Lebens, als Durchgeistigung mit demjenigen Geist, den wir gerade als Fortsetzung des naturwissenschaftlichen Forschens uns erringen können.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Geisteswissenschaft, Natur: Wissenschaft, Technik Geisteswissenschaft, Naturwissenschaft, Technik","site_heading":null,"date":"1920-06-17","location":null,"word_count":289,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/73a/1920-06-17/p069","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/73a/1920-06-17/p069"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/73a/1920-06-17/p069","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null},"other_renderings":{"loci":[{"locus":"GA 75/1920-06-17","ga":"75","lecture":"1920-06-17","kind":"reprint","relation":"the same text served under another volume (a reprint or another edition)"}],"note":"The same lecture is also served at the loci listed, each with how it relates to this one. They are ONE witness, not independent attestations: quote the rendering you fetched, and do not cite another as corroborating it. Wording differs between translations, so a quotation found in one need not occur in the other."}}