Aus den Fragenbeantwortungen

GA 73a/1920-10-15/p021 ·1920-10-15 · original (original)
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Nun, meine sehr verehrten Anwesenden, darüber läßt sich ja nur reden, wenn man die Dinge wirklich ernsthaftig behandeln kann. Mit einem einfachen Ja oder Nein oder mit einem einfachen Satze lassen sich solche Dinge nicht behandeln, wenn man wissenschaftliches Gewissen in sich hat. Der heutige Heilmagnetismus - ja, man müßte ihn nicht kennen gelernt haben, um nicht zu wissen, daß in ihm recht, recht viele Menschen tätig sind, die sonstwo schon überall eine Beschäftigung gesucht haben, und wenn sie zuletzt überall keine gefunden haben, so sind sie Heilmagnetiseure geworden. Für solche Dinge dann auch noch geisteswissenschaftliche Erklärungen zu verlangen, das ist doch etwas zuviel verlangt. Aber ich möchte Sie darauf hinweisen, daß diese Dinge doch alle auf ihre elementaren Voraussetzungen zurückgeführt werden müssen. Da haben wir zum Beispiel die Tatsache, daß für gewisse seelischleibliche Seelenverfassungen schon das bloße liebevolle Zusprechen etwas zum Heilungsprozeß beiträgt. Denken Sie nur, wie viel wirklich therapeutische Wirkung ausgeht von einem echten liebevollen Behandeln des Kranken nach der einen oder anderen Richtung hin. Denken Sie sich nun diese Dinge gesteigert, denken Sie sich das liebevolle Behandeln gesteigert zum streichelnden Behandeln, da haben Sie etwas, was nun schon sehr stark hinüberführt in das, was Heilmagnetismus ist. Allerdings handelt es sich da um so imponderable Dinge, daß man sie nicht in grobe Begriffe fassen soll. Es ist durchaus möglich — je nachdem, da kommt’s wirklich auf das Wie an und nicht auf das Was -, daß derjenige, der über diese Dinge redet, je nachdem er gerade die Imponderabilien im Auge hat oder nicht, ebensogut eigentlich Wichtiges sagt oder auch Unsinn redet. Also es kommt mehr darauf an, daß man überhaupt an diese Dinge nur herantritt mit einem wirklich wissenschaftlichen Gewissen. Und deshalb war ich immer vorsichtig, diese Dinge zum Beispiel öffentlich zu besprechen, weil ja manches außerordentlich gefärbt wird, wenn es dann weitergegeben wird.

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Cite: GA 73a/1920-10-15/p021 · edition original