Zweiter Vortrag
Genau dasselbe, nur in entsprechender Weise für ein Gebiet modifiziert, hat sich auf dem nationalökonomischen Feld ergeben. Da haben wir schon seit Adam Smith Theorien, die eigentlich den Menschen als solchen nicht als soziales Objekt betrachten. Es wird ganz davon abgesehen, daß der Mensch in seiner Totalität innerhalb der sozialen Ordnung steht, und es wird eigentlich nicht der Mensch betrachtet, sondern der Mensch, insofern er «Besitzer» ist, als «Privateigentümer» und so weiter. Der Mensch wird nicht betrachtet als freies Wesen, insofern die Freiheit aus dem Zentrum seiner Natur herausfließt, sondern es wird nur betrachtet dasjenige, was man nennt die «wirtschaftliche Freiheit». Wir sehen also auch da den Menschen als solchen aus der Betrachtungsweise ausgeschaltet. Und man kann in dieser Ausschaltung des Menschen nichts anderes sehen als einen Grundzug der ganzen neueren Wissenschaftlichkeit.
Cite:
GA 73a/1921-01-12/p006 · edition original