Zweiter Vortrag
Das Auge, das Goethe den Erscheinungen exponiert bei seinen Experimenten, das kann man im Grunde nicht auf die Tafel zeichnen. Und dasjenige, was Goethe dann als Erscheinungen im Licht- und Farbengebiet beschreibt, das kann man im Grunde genommen auch nicht auf die Tafel zeichnen. Daher ist Goethe abgeneigt jenen Abstraktionen, welche der heutige Physiker ja sofort auf die Tafel zeichnet, wenn er irgend etwas auf dem Gebiet der Farben oder der Optik überhaupt meint. Goethe ist abgeneigt, dieses ganze abstrakte Liniensystem aufzuzeichnen. Er beschreibt das, was gewissermaßen im Bewußtwerden irgendeines optischen Vorganges lebt.
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GA 73a/1921-01-12/p013 · edition original