{"corpus":"steiner","locus":"GA 73a/1921-01-12/p019","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Wir können ein Spektrum differenzierter Gefühle aufstellen: aufregend, anregend, ausgleichend, hingebend und so weiter. Wenn wir nach außen schauen, sehen wir das Gelb; wir erfühlen daran als Unterton das Anregende, das von außen gewissermaßen aktiv auf uns Wirkende. Wie steht die Sache nun mit dem seelischen Erlebnis? Dieses seelische Erlebnis, das kommt gewissermaßen aus unserem Inneren der Außenwelt entgegen. Aber nehmen wir einmal an, wir wären imstande, ganz genau festzuhalten, was wir an dem Rot, dem Gelb, dem Grün, dem Blau, dem Violett erlebt haben. Nehmen wir an, wir würden die Gefühle differenziert so festhalten können, daß wir im Inneren ein Gefühlsspektrum haben, wie wir von außen das gewöhnliche optische Spektrum haben. Wenn wir uns nun denken, daß von außen her an dem Rot, Gelb, Grün, Blau, Violett, also an dem Objektiven, sich entzünden die Untertöne des Aufregens, Anregens, Ausgleichens, des Hingebungsvollen, wir es also gewissermaßen als etwas die äußeren Erscheinungen Begleitendes sehen, diese äußere Erscheinung also ohne uns da ist, aber durch uns da ist das begleitende Gefühlsspektrum - würde es dann etwas so Absurdes sein vorauszusetzen, daß ebenso auch von innen heraus das geschehen könnte, was sonst ohne unser Zutun von außen diesem Gefühlsspektrum zugrundeliegt? Würde es etwas so Absurdes sein, daß jetzt im Innern das Gefühlsspektrum da wäre und daraus hervorspringen würde im Erleben des Menschen das Farbenspektrum, das jetzt in inneren Bildern erfaßt wird? Geradeso wie sonst das Farbenspektrum da ist und die inneren Gefühlserlebnisse dazukommen durch unser Dabeisein, so könnte es auch sein, daß die Gefühlserlebnisse, die sich im differenzierten Spektrum darstellen lassen, als das Objektive, das nach innen zu gelegene Objektive angesehen würden und jetzt herausspringt als Unterton dasjenige, was sich nun vergleichen läßt mit dem objektiven Farbenspektrum.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Zweiter Vortrag","site_heading":null,"date":"1921-01-12","location":null,"word_count":284,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/73a/1921-01-12/p019","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/73a/1921-01-12/p019"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/73a/1921-01-12/p019","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}