Zweiter Vortrag

GA 73a/1921-01-12/p024 ·1921-01-12 · original (original)
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Wie gesagt, ich werde aphoristisch von verschiedenen Warten her die Dinge beleuchten; wir werden schon zu Zusammenhängen kommen. Sie wissen, in der heutigen Wissenschaft hat man gegeben eine Unterscheidung der Nerven, die sich nach dem Innern des Menschen ausbreiten, die die Vermittlung der Wahrnehmungen sein sollen. Diesen Nerven stellt man gegenüber eine andere Gattung von Nerven, diejenigen Nerven, welche nun von den Zentralorganen zu den menschlichen Gliedern und so weiter hingehen sollen; diesen Nerven soll die Aufgabe obliegen, das Wollen ebenso zu vermitteln, wie den anderen Nerven die Aufgabe obliegen soll, die Sinneswahrnehmungen zu vermitteln. Man hat ja recht nette Konstruktionen ersonnen von einem Leiten der Empfindungen zum Zentralorgan, von einem Umformen dort in Willensimpulse, von einem Innervieren der motorischen Nerven, die dann dasjenige vermitteln sollen, was aus dem Willen heraus zur Bewegung und dergleichen führt. Gewiß, diejenigen Dinge, die man anführt, um die Unterscheidung dieser zwei Nervengattungen zu rechtfertigen, sind sehr verführerisch. Ich brauche nur zu erinnern an das, was man zum Beispiel glaubt studieren zu können an einer bekannten, sehr schmerzlichen Erkrankung, der Tabes. Da glaubt man, daß ja natürlich alles das, was sensitive Nerven sind, intakt ist, daß nur die motorischen Nerven Schädigungen erlitten haben.

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Cite: GA 73a/1921-01-12/p024 · edition original