Zweiter Vortrag

GA 73a/1921-01-12/p032 ·1921-01-12 · original (original)
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Daher jene hoffnungslose Theorie, die immer wieder aufgewärmt und immer wiederum widerlegt wird, von dem Zusammenwirken des Seelisch-Geistigen mit dem Physisch-Leiblichen. Man kennt nicht den wirklichen, empirischen Zusammenhang zwischen dem Seelisch-Geistigen und dem Physisch-Leiblichen. Man untersucht nicht im einzelnen konkret diesen Zusammenhang, wie man im einzelnen konkret den Zusammenhang von Sauerstoff und Wasserstoff untersucht, sondern man stellt darüber allerlei abstrakte Theorien auf, die dann natürlich immer wiederum widerlegt werden können. Denn es ist ein Grundgesetz, daß dasjenige, was nur theoretisch aus Begriffen heraus konstruiert ist, immer ebensoviel für sich wie gegen sich hat, daß man es ebenso leicht beweisen wie widerlegen kann. Darauf beruht das Geheimnis vieler wissenschaftlicher Diskussionen der Gegenwart, daß Theorien, die auf diese Weise aufgebaut werden, sich ebenso gut bejahen wie verneinen lassen. So ist es mit dem, was da auftritt als eine durchaus ungenügende Erkenntnis vom Menschen. Der Mensch ist eben ausgeschaltet worden in der modernen Wissenschaftsgesinnung.

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