{"corpus":"steiner","locus":"GA 73a/1921-01-14/p004","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Aber, meine sehr verehrten Anwesenden, es gibt ja in der neueren Zeit eine andere Teilung der Arbeit. Und diese andere Teilung der Arbeit - wenn sie auch weniger oft hervorgehoben wird, ja, wenn es auch geschieht, daß ihre Vorteile sogar gerühmt werden, wenn sie genannt wird —, diese andere Teilung der Arbeit, sie greift im Grunde genommen viel tiefer in den einzelnen Menschen und damit in das ganze menschliche Leben ein. Und diese Teilung der Arbeit, die ja in einer gewissen Art auch berechtigt ist — das soll nicht angezweifelt werden -, die vor allen Dingen im historischen Werdegang der Menschheit notwendig heraufkommen mußte, diese Teilung der Arbeit aber, sie wirkt, weil ihr bisher kein genügendes Gegengewicht entgegengehalten wurde, auf die Dauer eigentlich noch schädlicher im ganzen menschlichen Leben als die vorher angeführte. Es ist die Teilung der Arbeit, die auf dem Gebiet des Erkennens eingetreten ist und auf dem Gebiet alles desjenigen, was mit dem Erkennen zusammenhängt: es ist die Teilung der Arbeit auf dem Gebiet der Wissenschaft. Man kann heute, wenn man den üblichen Bildungsweg als Wissenschafter durchmacht, eingesponnen werden in eine Fachwissenschaft. Man nimmt dann gerade diejenige Art und Weise des Denkens auf, des Vorstellens über gewisse Dinge, die durch die Teilung in einzelne wissenschaftliche Disziplinen und Unterdisziplinen und Unter-Unterdisziplinen und so weiter eingetreten ist. Da vereinseitigt man nicht bloß äußerlich, da vereinseitigt man die Seele. Da verurteilt man sich zum Beispiel dazu, gewisse Formen von Vorstellungen aufzunehmen, sich einzuleben in den Zusammenhang solcher Vorstellungen, und dann sagt man von dem, was in diesen Zusammenhang hineinpaßt, es könne streng exakt bewiesen werden; aber das, was aus einem anderen Zusammenhang herausgeboren ist, von dem sagt man, man sei darüber nicht kompetent.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Dritter Vortrag","site_heading":null,"date":"1921-01-14","location":null,"word_count":283,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/73a/1921-01-14/p004","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/73a/1921-01-14/p004"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/73a/1921-01-14/p004","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}