Dritter Vortrag

GA 73a/1921-01-14/p009 ·1921-01-14 · original (original)
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Wenn Sie irgendeinen physikalischen Prozeß sehen, sagen wir, wie unter dem Einflusse der Erwärmung eines Körpers dasjenige zutagetritt, von dem der Physiker sagt, es wird Wärme frei, Wärme, die früher latent war, die also gewissermaßen in dem Körper drinnen verborgen war, wenn Sie das sehen und dann die Vorstellungen betrachten, die sich der Physiker macht über ein solches Freiwerden von Wärme, die früher unter gewissen Bedingungen nicht äußerlich erschienen ist, sondern an den Körper innerlich gebunden war, dann werden Sie sagen: Dem Physiker wird es in seinem Fach nicht einfallen, wenn er bei gewissen Versuchsanordnungen in den Körpern Wärme auftreten sieht, die früher latent war und jetzt freie Wärme wird, etwa nur von einer Entwicklung in gerader Linie zu sprechen und zu sagen, das Auftreten der freien Wärme beruhe eben darauf, daß dasjenige, was früher da war, sich dahin entwickelt habe, die freie Wärme einzuschließen. Man gewöhnt sich an, hier nicht in abstrakter Weise etwa bloß von Entwicklung zu sprechen, sondern man versucht, in konkreter Art über den Vorgang Aufschluß zu gewinnen. Mag vieles an solchen Vorgängen noch unerklärt sein, mag manches heute noch als Hypothese zu Hilfe gerufen werden, aber man versucht, wenigstens auf physikalischem Gebiet, nicht solche abstrakten Vorstellungen wie «Entwicklung» einfach hinzustellen, sondern man versucht einzudringen in das, was da eigentlich geschehen ist, wenn freie Wärme aus latenter Wärme, aus gebundener Wärme entsteht.

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Cite: GA 73a/1921-01-14/p009 · edition original