Dritter Vortrag

GA 73a/1921-01-14/p020 ·1921-01-14 · original (original)
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Man hat es gerade in der menschlichen Hauptesorganisation zu tun mit einem fortwährenden Abbau, der allerdings aber genährt wird von dem, was Anhangsorgane des Hauptes sind. Während das Haupt durch seine Organisation selbst auf den Abbau hin organisiert ist, hat man es durchaus zu tun mit einem kontinuierlichen Sterben im menschlichen Haupt. Die Prozesse, die aufsteigende sind, vitalisierende sind, sind die einen Prozesse; die anderen sind zurückstauende Prozesse, ausgebreitet in der Zeitenlinie, was, wenn es in einen Augenblick zusammengedrängt ist, als der Tod des ganzen Organismus erscheint. Man könnte auch sagen: Das, was mit dem Tod in einem Augenblick über den ganzen Organismus kommt, das könnte man betrachten, mathematisch ausgedrückt, wie ein Integral, für das man das betreffende Differenzial sucht. Und man würde dann dazu kommen, in der Differenzialreihe, in die man das Integral aufgelöst hat, verteilt auf die Zeitlinie dasjenige zu finden, was sich abspielt als eine rückgehende Entwicklung, eine Devolution im menschlichen Hauptesorganismus. Diese Devolution aber, die findet man wiederum als die eigentliche Grundlage für den vorstellenden und den Sinnesprozeß. Man kann also sagen: Es ist unmöglich, das, was dem menschlichen Wachstum, was der aufsteigenden Entwicklung zugrundeliegt, was gerade die organisierenden Kräfte sind, das auch anzusehen als die Grundlage für die geistig-seelischen Prozesse. Im Gegenteil! Da, wo der Organismus abgebaut wird, da erhebt sich gerade über dem Abbau, gerade über der Zerstörung des Organischen, das Geistig-Seelische. Man erlangt keinen Einblick in den Zusammenhang des Leiblich-Physischen mit dem Geistig-Seelischen im Menschen, wenn man nicht weiß, daß man nicht das, was man als die Grundlage der Organisation ansieht, auch etwa ansehen darf als die Grundlage des geistig-seelischen Prozesses. Das Leiblich-Physische muß zunächst sich abbauen, muß Platz machen, es muß weichen, damit das Geistig-Seelische im Menschen Platz greifen kann.

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