Dritter Vortrag
Aber was liegt dann da eigentlich vor? Sehen Sie, da liegt etwas vor, was, wenn man es heute ausspricht, geradezu im höchsten Maße phantastisch erscheint, weil man seine Zuflucht nehmen muß zu Begriffsbildungen, die die heutige Wissenschaft durchaus nicht gelten lassen will, weil sie ihr, trotzdem sie voll im Wirklichen wurzeln, ganz ferneliegen. Aber man wird nicht dasjenige, was wir in der Welt zu beobachten haben, durchdringen können, wenn man nicht in dieser Weise die Metamorphose ernst nimmt, selbst da, wo das Metamorphosierte gar nicht mehr ähnlich ist dem Ursprünglichen, wenn man nicht auch da sozusagen einen fortgebildeten Goetheanismus als ein Ideal für echte Wissenschaftlichkeit ansieht. Man muß nämlich sagen: Es kann in einem gewissen Gebiete des menschlichen Organismus, wo normalerweise sonst nur die Tendenz zur Drüsenbildung vorliegen soll, sich einlagern die Tendenz zu einer Sinnesbildung, zu etwas, das dann einen Sinnesbildungsprozeß abgeben wird. Und hier haben wir denjenigen Krankheitsprozeß innerlich angeschaut, den man beobachten kann in der Krebsbildung, im Karzinom. Ich will ein konkretes Beispiel anführen, ich will mich nicht genieren, so etwas anzuführen, was heute noch belacht wird.
Cite:
GA 73a/1921-01-14/p024 · edition original