Dritter Vortrag
Kurz, man kommt durch die Geisteswissenschaft zu einer Gliederung der Formeln auf diesem exakten wissenschaftlichen Gebiet, die durchaus dasjenige ausdrückt, was sich abspielt zwischen der ponderablen Materie und dem Äther. Man kommt zu einer Erkenntnis der wirklichen Beziehungen des sogenannten Äthers zur ponderablen Materie. Man kommt dazu einzusehen, daß, wenn man den, sagen wir verworrenen Begriff Masse einfach so einsetzt, daß man sagt, man hat die Wirkung dieser Masse oder Materie nach außen mit positiven Vorzeichen einzusetzen, so hat man dasjenige, was im Äther demselben entspricht, mit negativen Vorzeichen einzusetzen. Was in dem einen Druckkraft ist, ist in dem anderen Saugkraft. Und wenn man die Ponderabilität der ponderablen Materie als Druckkraft ansieht, muß man das Imponderable des Äthers dieser Druckkraft gegenüber als eine Saugkraft darstellen. Dann kommt man zurecht mit den Erscheinungen, dann hat man nicht nötig, den Äther abzuschaffen und eine Null dafür zu setzen, sondern man kann, wie man es in einem andern Gebiet auch macht, von plus zu minus übergehen. Ich habe dieses Beispiel angeführt, damit Sie sehen, daß die anthroposophisch orientierte Geisteswissenschaft durchaus nicht zurückschreckt vor den Gebieten, die im strengsten Sinne des Wortes exakt wissenschaftliche sind.
Cite:
GA 73a/1921-01-14/p031 · edition original