3. Naturwissenschaft und Anthroposophie

GA 75/1921-06-04_02/p004 ·1921-06-04 · original (original)
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Wer heute die Augen offenhält, wer sich mit etwas tieferem Verständnis seiner Umwelt öffnet, der sieht auf allen kulturellen Gebieten - auf dem Gebiete der Wissenschaft, der Religion und der Kunst- neuere Erscheinungen auftreten. Er sieht Anfänge, die aussehen wie etwas, was sich hindurchringen will, was noch nicht den eigentlichen Weg für dieses Durchringen gefunden hat. In der anthroposophischen Geisteswissenschaft wird nun versucht, für alles, was sich als ein gesundes Neues hier in den Anfängen zeigt, die Wurzeln aufzuzeigen - zu zeigen, wie man durchstoßen kann auf ein tieferes geistiges Gebiet und wie aus diesem geistigen Gebiet heraus etwas erwachsen kann, was wieder Zusammenschluß werden muß all dessen, was sich heute in so vielen getrennten Bewegungen bemerkbar macht. Es ist auf diese Möglichkeit einer tieferen Erkenntnis zurückzuführen, daß die anthroposophische Geisteswissenschaft den Anspruch erhebt, sich auf alle Gebiete des Lebens zu erstrecken, in alle Gebiete des Lebens mit ihrer neuen Erkenntnis hineinzudringen. Von diesem Geiste, der als eine Befruchtung des gesamten kulturellen Lebens von heute tätig sein will und muß, soll hier gesprochen werden. Es darf also nicht mehr in der Art, wie es früher so häufig geschehen ist, mit Entrüstung, mit Verwunderung, mit Erstaunen davon gesprochen werden, daß die anthroposophische Geisteswissenschaft eine Anmaßung an den Tag lege, indem sie sich auf alle Gebiete des Lebens verbreite. Es ist so, daß sie den Anspruch machen will, eine wirklich umfassende Weltanschauung zu sein. Aus einer solchen wirklichen Weltanschauung heraus wird in diesem Vortrage zu Ihnen gesprochen werden.

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