3. Naturwissenschaft und Anthroposophie

GA 75/1921-06-04_02/p011 ·1921-06-04 · original (original)
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Das zweite ist aber vielleicht heute noch wichtiger. Es ist dies, daß man ja heute angesichts der Exaktheit, die man in der Naturwissenschaft einmal angenommen hat, nicht mehr wird auskommen können - selbst in den beschreibenden Naturwissenschaften nicht mehr - ohne eine gewisse mathematische Grundbildung. Es ist ja in der Naturanschauung der neuesten Zeit eine Definition aufgetreten, die sich allerdings etwas paradox, etwas extrem ausnimmt, die aber zeigt, von welchem Sinne man eigentlich beseelt ist in diesem naturwissenschaftlichen Denken. Es ist die Definition aufgekommen: Seiend ist dasjenige, was man messen kann. - Durch eine solche Definition wird darauf hingewiesen, wie sehr sich der naturwissenschaftlich Denkende heute in seinem Elemente fühlt, wenn er sich angeeignet hat die Kunst, die in der Geometrie und in der von der Geometrie ausgehenden exakten Messung liegt, in der Arithmetik und in den anderen Zweigen der Mathematik. Diese mathematische Schulung ist sozusagen etwas, was heute als eine Grundbedingung mitgebracht werden muß für ein ersprießliches wissenschaftliches Forschen.

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