{"corpus":"steiner","locus":"GA 75/1921-06-04_02/p012","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Nun kommt für das, was ich heute über Anthroposophie sagen will, weniger in Betracht, was man als einzelne Ergebnisse des naturwissenschaftlichen Forschens durch Messen, Zählen und so weiter erreichen kann, sondern es kommt in Betracht jene eigentümliche Seelenverfassung, in die der Forscher kommt, wenn er — ausgerüstet mit dem durchschaubaren Gewebe arithmetischer, geometrischer oder algebraischer Vorstellungen, Vorstellungen aus der Welt der Differential- oder Intergralrechnung oder selbst der synthetischen Geometrie und so weiter —, wenn er, ausgerüstet mit dem ganzen Gewebe dieser Vorstellungen, die ja durchaus in der menschlichen Persönlichkeit selbst erzeugte Vorstellungen sind, herantritt an die äußere Erscheinungswelt und dann findet: Mit dem, was du im Grunde genommen aus deinem eigenen inneren Wesen heraus gewonnen hast, was du in Formeln, in Gebilde, was du in Gestalt gebracht hast aus deinem inneren Wesen heraus, damit kannst du eintauchen in das, was dir die Sinne darbieten. - Und er fühlt: Mit dem, was du gewissermaßen aus dir heraus gesponnen hast, kannst du umfassen und durchweben all das, was dir als ein ganz Fremdes entgegentritt aus der äußeren Tatsachenwelt. — Dieses Zusammenfließen des Mathematischen, das in voller Überschaubarkeit, mit freier, über alles sich hinziehender innerer Willensbetätigung als Gebilde, als Formeln gewonnen wird, dieses Zusammenfließen des Mathematischen mit dem, was uns äußerlich entgegentritt, uns gewissermaßen von außen zufällt, das macht die besondere Seelenstimmung desjenigen aus, der eben im Sinne heutiger exakter Naturforschung an die Natur herangeht.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"3. Naturwissenschaft und Anthroposophie","site_heading":null,"date":"1921-06-04","location":null,"word_count":232,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/75/1921-06-04_02/p012","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/75/1921-06-04_02/p012"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/75/1921-06-04_02/p012","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null},"unit_kind":{"kind":"second_lecture_same_day","base_unit":"GA 75/1921-06-04","note":"Another lecture given on the same date as 1921-06-04; the suffix only separates two lectures of one day."}}