{"corpus":"steiner","locus":"GA 75/1921-06-04_02/p021","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Es zeigt sich dadurch, daß wir sehen, wie die mannigfaltigsten Hypothesen aufgestellt worden sind - Hypothesen über das Licht, über die Elektrizitätserscheinungen, über die Schwerkraft und so weiter -, wir sehen, wie diese Hypothesen immer wiederum durch andere abgelöst werden. Und wer sich nicht durchaus auf den Standpunkt stellen will, daß wir es heute «so herrlich weit gebracht» haben, der muß aus diesen Empfindungen, die er gegenüber diesem Aufbauen von Hypothesen haben kann, doch sagen: Die Hypothesen, die in der letzten Zeit ausgebildet worden sind, werden wiederum durch andere abgelöst werden. - Wir sind da gewissermaßen mitten drin, die alte Lichthypothese durch eine andere - von den elektrischen Erscheinungen hergenommene - zu ersetzen. Und wir müssen uns sagen: Wir kommen eben in ein Gebiet hinein, wo wir uns Hypothesen bilden aufgrund dessen, was sich der Verstand gegenüber der sinnlichen Außenwelt aus der äußeren Beobachtung und durch das äußere Experimentieren an Naturgesetzen erringen kann. Wir kommen in ein Gebiet hinein, wo dieser Verstand gewissermaßen an ein Flüssiges gerät, an ein Etwas, das in uns durchaus nicht das Gefühl hervorrufen kann, daß wir mit diesen Verstandesgebilden, die wir da hypothetisch ausbilden und die doch, wenn sie einen Wert haben sollen, diesen Wert nur dann haben, wenn sie auf irgend etwas Reales, auf irgend etwas Seiendes hinweisen, eigentlich doch nicht herankommen können an ein Seiendes.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"3. Naturwissenschaft und Anthroposophie","site_heading":null,"date":"1921-06-04","location":null,"word_count":222,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/75/1921-06-04_02/p021","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/75/1921-06-04_02/p021"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/75/1921-06-04_02/p021","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null},"unit_kind":{"kind":"second_lecture_same_day","base_unit":"GA 75/1921-06-04","note":"Another lecture given on the same date as 1921-06-04; the suffix only separates two lectures of one day."}}