3. Naturwissenschaft und Anthroposophie
Ich möchte sagen, durch äußere naturwissenschaftliche Forschungen kommen wir zu einer Region unseres Seelenlebens, die uns zeigt: Wenn wir dahinein das Gebiet der Notwendigkeit fortsetzen wollen, so versagt das auch theoretisch; es befriedigt uns auch theoretisch nicht. Wir stoßen auf etwas in unserem Seelenleben, wo Freiheit wurzelt, wo Freiheit durchaus erlebt werden kann. Und wir werden dieses Gebiet der Freiheit nur dann richtig abgrenzen können von dem übrigen Gebiete der uns überschaubaren Welt, wenn wir sehen, daß wir gerade nicht, solange wir in der Notwendigkeit der überschaubaren Welt wandeln, mit dieser Notwendigkeit herankommen können an das, was innerlich erlebt wird, wenn wir im Gebiete der Freiheit sind. Gerade eine Psychologie, meine ich, die der heutigen wissenschaftlichen Exaktheit gewachsen ist, würde hinweisen auf die besondere Art von innerer Befriedigung, die man hat bei dem Hypothesenspiel und bei dem Zusammenklang mit dem, was man nun innerlich, seelisch erlebt, indem man die Tatsache der inneren Freiheit erlebt.
Cite:
GA 75/1921-06-04_02/p023 · edition original