3. Naturwissenschaft und Anthroposophie

GA 75/1921-06-04_02/p025 ·1921-06-04 · original (original)
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Nun steht man in diesem Freiheitserlebnis. Steht man aber darinnen nicht mit abstrakten Begriffen, sondern steht man eben innerlich davor, wie vor einer intimer erlebten inneren Tatsache, dann weiß man auch, indem man gewissermaßen die Seele innerlich erlebt, durchströmt, durchpulst mit dem, was als Freiheit erlebt wird: Man kann da zwar nicht hinein mit den Gedanken, die uns die äußeren Naturgesetze geben, aber wir stehen, wenn wir als Mensch uns nun wirklich in das Leben hineinstellen wollen, wenn wir zum Beispiel Ideale haben, wenn wir bekannt sind mit den wahren Anforderungen des Lebens, um da oder dort zuzugreifen im Leben - wir stehen in dieser Sphäre der Freiheit nicht gedankenlos drinnen. Wir stehen drinnen in der Sphäre der Freiheit, indem wir ein freies Denken entwickeln, und wir können kennenlernen das sich im Elemente der Freiheit bewegende Denken, das freie Denken, das zunächst nur eine innere Seelentätigkeit ist, das nicht zum Führer hat äußere Beobachtung, nicht zum Führer hat äußeres Experiment. Das ist als fortschreitender innerer Impuls gewissermaßen selbstschöpferisch in der Seele angelegt. Dieses Denken habe ich in meiner «Philosophie der Freiheit» das reine Denken genannt.

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