{"corpus":"steiner","locus":"GA 75/1921-06-04_02/p030","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Mögen die Menschen das, was da als anthroposophische Methode auftritt, verketzern und in einer gewissen Weise vor der Menschheit dadurch entstellen, daß sie es so darstellen, als ob es im schlechten Sinne irgend etwas Minderwertiges wäre, wie man das oftmals so «minderwertig» nennt auf dem Gebiete der Experimente, des Pragmatismus und so weiter - auf all den Gebieten des mannigfaltigen Aberglaubens mögen die Menschen, wie gesagt, all das entstellen, was der Geistesforscher sich da ausbildet, indem er von einem feststehenden philosophischen Untergrund ausgeht das, was da an Methode, an meditativen Methoden entwickelt wird, das, meine sehr verehrten Anwesenden, ist nichts anderes als eine Fortbildung derjenigen inneren Seelenkräfte, die wir haben, wenn wir mathematisieren, und deren Anwendung in der äußeren Naturforschung so große, so bedeutsame Resultate zeitigte. Hat man das gelernt, was im Mathematisieren in der Seele als Tätigkeit da ist, hat man sich in diese eigentümliche, wissenschaftlich gebildete Schaffensform hineingelebt, dann kann man sie weiter ausbilden, indem man gewissermaßen das nachbildet, was in unserem Gedächtnis auftritt, so daß wir an diesem Gedächtnis zunächst eine Art Leitimpuls für unser Leben haben. Wir haben diese Leitimpulse für unser Leben deshalb als Leitimpulse, weil ja das, was von einem bestimmten Punkte des Erlebens in unserer Kindheit als äußere Erlebnisse aufgetreten sind, sich verwandelt in innere Erlebnisse. Wir können gewissermaßen immer aus den unergründlichen Seelentiefen Partien dessen, was wir erlebt haben, in Bildern heraufholen. Wir können aber auch unterscheiden zwischen dem lebendigen Drinnenstehen im Erlebnisse, wie wir es etwa vor zehn Jahren gehabt haben, und dem Heraufholen dessen, was damals erlebt worden ist. Und seien die Bilder noch so lebendig - das Wesentliche in diesem Gedächtnisleben ist doch, daß wir das, was wir vorübergehend erleben, vorstellungsgemäß zu einem Dauernden in uns machen, allerdings zu einem solchen Dauernden, daß wir zunächst nicht bestimmen können, was da unten im Seelenleben - oder vielleicht auch im organischen Leben - vor sich geht. Wir können aber wieder bestimmen, was wir vor uns haben, wenn wir aus diesen Tiefen dasjenige im Bilde heraufholen, was wir erlebt haben.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"3. Naturwissenschaft und Anthroposophie","site_heading":null,"date":"1921-06-04","location":null,"word_count":338,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/75/1921-06-04_02/p030","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/75/1921-06-04_02/p030"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/75/1921-06-04_02/p030","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null},"unit_kind":{"kind":"second_lecture_same_day","base_unit":"GA 75/1921-06-04","note":"Another lecture given on the same date as 1921-06-04; the suffix only separates two lectures of one day."}}