3. Naturwissenschaft und Anthroposophie
Man geht aus von diesem freien Denken zum Imaginieren, das aber auch Anspruch darauf macht, ein Sein zu haben, und kommt so wieder in eine Welt der Notwendigkeit. Man kommt allerdings auf eine innere Weise wieder in diese Notwendigkeit hinein. Man lernt auf diese Art vor allen Dingen dasjenige wirklich durchschauen, von dem so vielfach gesprochen wird, was einem aber eigentlich immer in einer gewissen nebulosen, schlecht mystischen Weise entgegentritt. Lernt man nämlich dieses imaginative Bewußtsein erkennen, von dem ich gesprochen habe, dann ist Selbstbeobachtung überhaupt erst möglich. Ich möchte sagen, dasjenige, was früher vom Ich aus Stützpunkt war, wenn man ins Nicht-Ich sah, das beginnt sich etwas zu erhellen. Da dringt Wille hinein und beginnt etwas zu erfassen. Und man fühlt sich auch wieder in einer Welt der Notwendigkeit. So gelangt man zum Selbstbewußtsein.
Cite:
GA 75/1921-06-04_02/p036 · edition original