{"corpus":"steiner","locus":"GA 75/1921-06-04_02/p037","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Setzt man seine Übungen fort, so kommt man namentlich zu einer solchen Übung, wo man die Bilder ebenso, wie man sie heraufkommen fühlt, wiederum verschwinden machen kann. Und das muß man, sonst bleibt man eben nicht Herr darüber, sondern man wird Visionär und nicht Geistesforscher. Kommt man dazu, die Bilder wieder aus dem Bewußtsein tilgen zu können, kommt man zur völligen inneren Willensbetätigung in dieser Bilderwelt, so daß man das Bild auch wiederum austilgen kann, dessen Werden man in der Seele erlebt hat, tritt ein, was ich die zweite Stufe - das inspirierte Bewußtsein - genannt habe. Bitte stoßen Sie sich nicht an dem Ausdruck - man muß ja Ausdrücke als technische Hilfsmittel gebrauchen. Er wurde eben gebraucht im analogen Sinne, in Anlehnung an alte Ausdrücke, aber es ist durchaus eine neue Tatsache, eine selbsterforschte Tatsache damit gemeint; das neue, das inspirierte Bewußtsein ist damit gemeint. Und mit diesem steht man jetzt drinnen in der geistigen Realität. Und steht man in der geistigen Realität so drinnen, daß man sie wie um sich hat, wirklich jetzt um sich hat eine Welt von geistigen Wesenheiten, dann erblickt man auch die eigene Seele in ihrer wahren Wesenheit. Dann wird einem das, was die Anthroposophie schildert als wiederholte Erdenleben, eine unmittelbare Tatsache. Und man schaut immer mehr die Seele, wie sie von Leben zu Leben geht, mit dem dazwischen befindlichen Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt — man sieht diesen Gang der Seele. Man hat das Vorstellen gewissermaßen erweitert, so daß es sich im Grunde genommen, nach innen gerichtet, umgekehrt bewegen kann, wie sich sonst das gedächtnismäßige Vorstellen bewegt.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"3. Naturwissenschaft und Anthroposophie","site_heading":null,"date":"1921-06-04","location":null,"word_count":267,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/75/1921-06-04_02/p037","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/75/1921-06-04_02/p037"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/75/1921-06-04_02/p037","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null},"unit_kind":{"kind":"second_lecture_same_day","base_unit":"GA 75/1921-06-04","note":"Another lecture given on the same date as 1921-06-04; the suffix only separates two lectures of one day."}}