{"corpus":"steiner","locus":"GA 75/1921-06-04_02/p043","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Meine sehr verehrten Anwesenden! Erkenntnis ist eine Sache, der gegenüber man nicht zurechtkommt mit Lebensvorurteilen, und wären sie noch so schön. Ich glaube, für den, der sich unbefangen in die Erkenntnis einleben kann, gibt es ein tieferes Hineinschauen in die Untergründe des Daseins, denn er weiß, wie der menschliche Organismus «auskocht» solch Schönes, wie es einem entgegentritt in den edelsten Gestalten, nämlich in einer heiligen Therese oder eben der Mechthild von Magdeburg, wenn sie sich mystisch schwärmend in Nebel ergehen und von allerlei träumen, was da aus dem Inneren rein seelisch-geistig aufsteigen soll. Das ist das Merkwürdige: daß wir durch Selbstbeobachtung zu der Materialität des menschlichen Organismus vorwärtsschreiten. Das wird immer mehr unterscheiden die exakte Anthroposophie von allem Faseln und Schwafeln von innerer Mystik, nämlich daß sie nicht ins Nebulose hineinführt, sondern in Wirklichkeiten. Sie lehrt das, was nicht durch die äußere Anatomie entwickelt werden kann, denn was man aus der äußeren Physiologie und Anatomie kennenlernen kann, ist nur die eine Seite; sie zeigt in dieser Weise, daß die Seele präexistent ist. Sie zeigt, wie diese Seele aus ihrem umfassenderen Sein herunterwirkt, um das, was im Mutterleibe geformt wird, aus dem Geistigen heraus zu gestalten. So entsteht aus der geistigen Welt heraus das Reale. Wir tauchen unter in das Gebiet der Wirklichkeit, indem wir meditativ vorwärtsdringen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"3. Naturwissenschaft und Anthroposophie","site_heading":null,"date":"1921-06-04","location":null,"word_count":216,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/75/1921-06-04_02/p043","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/75/1921-06-04_02/p043"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/75/1921-06-04_02/p043","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null},"unit_kind":{"kind":"second_lecture_same_day","base_unit":"GA 75/1921-06-04","note":"Another lecture given on the same date as 1921-06-04; the suffix only separates two lectures of one day."}}