5. Anthroposophie und Wissenschaft

GA 75/1921-11-02/p023 ·1921-11-02 · original (original)
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Heinrich Schramm, der Verfasser dieser Abhandlung — ich halte sie heute noch für außerordentlich bedeutend -, war durchaus davon überzeugt, daß man mit der Mathematik überall hinkann, daß man also einfach vorauszusetzen hat Materie, Raum, Bewegung und daß man dann mit Mathematik überall hin kann. Er war überzeugt, daß man die verschiedensten Eigenarten des Naturwesens in der gewöhnlichen Mechanik, in der Wärmelehre, in der Optik, in dem Gebiete des Magnetismus und der Elektrizität, daß man all diese verschiedenen Erscheinungen mit der Mathematik erfassen kann, daß man zu all diesen verschiedenen Erscheinungen richtig gelangen kann, wenn man die Mathematik nur richtig anwendet. Wenn man also gewissermaßen diese mathematische Forschung auf einen hypothetischen materiellen Vorgang anwendet, springt einem die magnetische Anwendung entgegen, auf einen anderen Vorgang angewendet die elektrische Anwendung - kurz, man erklärt alle Naturerscheinungen als eine Wirkung der Bewegung. Man wird ganz mystikfrei; man beschränkt sich auf das Anschauliche, das man erfassen kann im rein mathematischen Vorstellen. Dieses Ringen, das muß man einmal durchgemacht haben, dieses Ringen mit einer Erkenntnis, die der Außenwelt gegenüber mathematisch vorgeht und nun mathematisch die Sinneswahrnehmungen erfassen will, denn die Außenwelt muß eben doch irgendwie erfaßt werden, auch wenn man noch so mathematisch vorgeht.

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