5. Anthroposophie und Wissenschaft

GA 75/1921-11-02/p040 ·1921-11-02 · original (original)
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So erleben wir einen Zusammenhang mit der ganzen Welt. Wie unsere Erinnerungen innere Abbilder sind unserer Erlebnisse seit der Geburt, so ist unser ganzer innerer Mensch - wenn wir ihn verstehen lernen - ein Abbild der ganzen Weltentwicklung. Das heißt «Lesen in der Akasha-Chronik» - nicht all die konfusen Vorstellungen, die der Anthroposophie entgegengehalten werden. Das heißt aus Menschenerkenntnis, aus wahrer Menschenerkenntnis Welterkenntnis holen. Nur darf man sich die Sache nicht so einfach machen, wie es heute sehr häufig geschieht, wo man mit ein paar hingepfahlten Begriffen etwas, was nur irgend in einem exakten Erkenntnisringen enthalten ist, glaubt umfassen zu können. Niemand würde sich heute vermessen, das System der Mathematik durch ein paar hingepfahlte Begriffe erfassen oder gar kritisieren zu wollen. Dagegen dasjenige, was auf viel kompliziertere Weise, aber mit wahrem Erkenntnisringen erworben ist, das wird heute mit ein paar hingepfahlten Begriffen leichthin zu charakterisieren versucht. Derjenige, der sich bemüht, alle inneren Vorsichtsmaßregeln zu gebrauchen, um nicht in ein Subjektives zu verfallen, sondern ganz in die Objektivität unterzutauchen — das heißt, das Bewußtsein zuerst so zu gestalten, daß es in die geistige Objektivität untertauchen kann -, der wird in der Weise, ich möchte sagen verleumdet, daß man behauptet, im entsprechenden Momente würde nur unterdrückte Nervenkraft heraufgeholt und dabei würden allerlei halluzinatorische Bilder entwickelt.

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Cite: GA 75/1921-11-02/p040 · edition original