6. Agnostizismus in der Wissenschaft und Anthroposophie

GA 75/1922-05-11/p009 ·1922-05-11 · original (original)
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Man kommt also gerade durch die wissenschaftliche Betrachtungsweise zu einem Anerkennen des wissenschaftlich Unerkennbaren - man kommt zu gewissen Grenzen des wissenschaftlichen Forschens. Man kommt höchstens dazu, sich zu sagen: Die menschliche Seele, das innere Geistwesen des Menschen muß mit etwas zusammenhängen, was sich nicht erreichen läßt durch diese Wissenschaft allein. Was mit dem so zusammenhängt, das ist eben einfach nicht wissenschaftlich zu erforschen, das gehört in das Gebiet des Unerkennbaren. - Da steht man nicht vor dem Gnostizismus, sondern vor einem Agnostizismus, Und damit hat sich das gegenwärtige Geistesleben gerade wegen seiner Wissenschaftlichkeit in einen gewissen Gegensatz gestellt gegen das, was noch etwa zu der Zeit vorhanden war, als der Gnostizismus die Erkenntnisgesinnung war und Gnosis genannt wurde.

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