6. Agnostizismus in der Wissenschaft und Anthroposophie
Wir treiben heute Naturwissenschaft, indem wir uns bewußt sind, daß wir dasjenige, was wir im Raum und in der Zeit durch die Beobachtung und durch das Experiment erkunden, mit demjenigen verbinden, was uns die Mathematik durch reine Innenanschauung erkennen läßt. Und gerade dadurch fühlen wir uns in der wissenschaftlichen Gewißheit, daß wir imstande sind, etwas, was so sehr menschliche Innenerkenntnis, menschliches Innenerlebnis ist wie das Mathematische, zu verweben mit dem, was uns Beobachtung und Experiment gibt. Indem wir durch die mathematische Gewißheit, die uns gegeben ist im reinen Innenerleben, dasjenige umspannen, was uns von außen kommt, fühlen wir, daß wir im Erkenntnisprozeß mit diesem Äußeren in einer Verbindung stehen, die uns genügt, um wissenschaftliche Gewißheit zu erleben. Und so sind wir immer mehr und mehr dazu gelangt, gerade von naturwissenschaftlichen Voraussetzungen ausgehend, die Exaktheit des Wissenschaftlichen darinnen zu sehen, daß wir das, was wir in wissenschaftlicher Arbeit tun, mathematisch rechtfertigen.