6. Agnostizismus in der Wissenschaft und Anthroposophie

GA 75/1922-05-11/p027 ·1922-05-11 · original (original)
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Und ebenso wie wir ein naturwissenschaftliches Ergebnis mit einer mathematischen Formel aussprechen, ebenso wie wir scheinbar Subjekt mit Objekt verbinden, so verband man dazumal erst recht Subjekt mit Objekt, aber das Subjekt war eben von einer Fülle, von der wir heute keine Ahnung mehr haben und die wir uns auch gar nicht erlauben dürfen, in der selben Weise wiederum in die Natur hineinzutragen. Der Mensch sah damals in der Außenwelt vieles, was er selber in sie hineinlegte, so wie wir heute die Mathematik in die Natur hineinlegen. In keinem anderen Sinne als heute dachte er über die Natur, aber er sah vieles in sie hinein. Damit sah er aber auch das Moralische in die Natur hinein. Das Moralische sah der Mensch so in die Natur hinein, daß in vier Jahrtausenden in derselben Weise, wie ihm die Naturgesetze in seiner Erkenntnis erstanden, die Moralgesetze erstanden. Der Mensch, der das in die Natur hinausversetzte, was man in älteren Zeiten unter Salz, Sulfur, Phosphor und so weiter dachte, durfte, weil er dabei gar nichts anderes innerlich vollführte, auch dasjenige in die Natur hinausversetzen, was er als moralische Impulse erlebte.

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