6. Agnostizismus in der Wissenschaft und Anthroposophie
Nun aber haben wir uns mit Recht - denn diese Entwicklung mußte kommen - getrennt von einer solchen Auffassung der Außenwelt, durch die wir all das Angedeutete in sie hineintragen. Wir tragen nur mehr das Mathematische in die Außenwelt hinein, und unsere Wissenschaft wird deshalb zu einer sehr guten Grundlage der technischen Praxis. Aber indem wir also nur noch das Mathematische in die Außenwelt hineintragen, haben wir keine Berechtigung mehr, das Moralische auf dem Wege unserer Wissenschaft in die Objektivität hineinzuversetzen. Und wir müssen notwendigerweise - gerade, wenn wir recht wissenschaftlich sind in dem Sinne, der heraufgekommen ist in den letzten Jahrhunderten - einem moralischen Agnostizismus verfallen, denn es bleibt uns nichts anderes übrig, als in den Moralprinzipien nur noch das Subjektzu sehen, etwas zu sehen, wovon wir nichtbehaupten dürfen, daß es in derselben objektiven Weise aus der Natur kommt wie der Verlauf eines Naturprozesses selber.