6. Agnostizismus in der Wissenschaft und Anthroposophie

GA 75/1922-05-11/p032 ·1922-05-11 · original (original)
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Genau dasselbe, was die Seele erlebt, indem sie sich aufrafft zur rein geistigen Erfassung des Moralischen - sie ist erst notwendig geworden in der neueren Zeit durch die Naturwissenschaft -, genau dasselbe, was da durchlebt wird, das kann nun auch durchlebt werden für weitere Gebiete. So kann gesagt werden, daß derjenige, der einmal Selbstbeobachtung dieses inneren Erlebnisses, das zur moralischen Intuition führt, geleistet hat, in der Tat nun dieses innere Erlebnis immer mehr ausbilden kann. Und der Ausbildung dieses inneren Erlebnisses dienen jene Übungen, die sie dargestellt finden in meinem Buche «Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?». Und diese Übungen führen dann dazu, daß man nicht beim Denken stehenbleibt und mit ihm Hypothesen bildet, sondern daß man dieses Denken in seiner Lebendigkeit betrachtet und weiterbildet - weiterbildet zu dem, was ich nun im zweiten Teile meines Vortrages weiter ausführen werde und was man nennen kann ein exaktes Schauen der übersinnlichen Welt. Gemeint ist nicht das verloren gegangene, mystische Schauen der älteren Zeit, sondern ein exaktes, ein der Wissenschaft gemäßes Schauen der übersinnlichen Welt, das man nennen kann ein exaktes Hellsehen. Und dadurch kommt man dann stufenweise zu denjenigen Erkenntnisformen, die ich erst vor kurzem hier auch in einem öffentlichen Vortrag charakterisiert habe: zu der Imagination, zu der Inspiration und zu der höheren Intuition — Erkenntnisformen, die dem inneren Menschen aufleuchten.

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