6. Agnostizismus in der Wissenschaft und Anthroposophie
Wenn man sich nun fragt, wie können wir noch eine objektiv begründete Moralwissenschaft und damit auch Sozialwissenschaft haben, gerade wenn wir uns fest auf den Boden der Naturwissenschaft stellen, so habe ich Ihnen in diesen einleitenden Worten zunächst zeigen wollen, wie man, indem man sich ehrlich auf den Boden der heutigen Wissenschaft stellen, aber trotzdem sich dem Leben zuwenden will- dem Leben, wie es einfach dasein muß für den Menschen, der zu einer innerlichen Ganzheit kommen soll -, wie man dadurch hineingerrieben wird in ein geistiges Forschen. Dieses unterscheidet sich nun von dem gewöhnlichen Forschen dadurch, daß das gewöhnliche Forschen sich einfach jener Seelenkräfte bedient, die schon da sind, um sich dann zu verbreiten über das weite Feld der Beobachtung und des Experimentes. Demgegenüber wendet sich das anthroposophische Forschen zuerst an den Menschen, damit er höhere Seelenkräfte ausbilde, die dann, wenn sie exakt ausgebildet sind, zu einem höheren Schauen führen, was im Übersinnlichen die Ergänzung zu dem liefert, was wir durch unsere exakten naturwissenschaftlichen Methoden im Sinnlichen finden.