6. Agnostizismus in der Wissenschaft und Anthroposophie
Rudolf Steiner: Meine sehr verehrten Anwesenden! Die erste Stufe der übersinnlichen Erkenntnis wird errungen durch das, was man Meditation nennen kann, verbunden mit einer gewissen Konzentration des Gedankenlebens. Das Wesentliche, worauf es dabei ankommt, habe ich in meinem letzten öffentlichen Vortrag hier in Leipzig von der einen Seite her geschildert. Heute will ich es von einer anderen Seite her charakterisieren, und zwar so, daß wir darüber hinaus den Weg zur wissenschaftlichen Erfassung der Welt finden. Das Wesentliche dieser Meditation, verbunden mit Konzentration der Gedanken, besteht eben darin, daß der Mensch nicht etwa stehenbleibt bei jener inneren Handhabung des Denkens, die sich einmal herausgebildet hat durch die Vererbung, durch die gewöhnliche Erziehung und so weiter, sondern daß er in einem gewissen Zeitpunkte seines reifen Lebens dieses Denken, das er sich angeeignet hat, erst als Ausgangspunkt betrachtet für eine weitere innere Entwicklung.