6. Agnostizismus in der Wissenschaft und Anthroposophie

GA 75/1922-05-11/p037 ·1922-05-11 · original (original)
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Nun wissen Sie ja, daß es in der Gegenwart mystische Naturen gibt, die etwas verächtlich vom Denken sprechen und die zu allerlei anderen, mehr ins unterbewußte hinunterschillernden Erkenntniskräften Zuflucht nehmen, um dadurch eine Art von Anschauung über die Welt zu gewinnen, die dasjenige umfassen soll, wozu das gewöhnliche Denken nicht kommen kann. Mit diesem doch in das pathologische Gebiet hinüberspielenden, traumhaft-phantastischen Versenken in ein inneres Seelenleben hat das, was mit der Anthroposophie gemeint ist, nichts zu tun. Es bewegt sich gerade in der entgegengesetzten Richtung, es bewegt sich in der Richtung, daß jeder einzelne Schritt, welcher unternommen wird, um das Denken weiter auszubilden, zu einer höheren Fähigkeit umzubilden, daß jeder solcher Schritt mit einer solchen inneren, freien und besonnenen Anschaulichkeit verfolgt werden kann, wie sonst nur die innerlichen Seelenerlebnisse verfolgt werden können, die wir bei einer so besonnenen Erkenntnistätigkeit entwickeln, wie sie der Mathematiker pflegt.

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