6. Agnostizismus in der Wissenschaft und Anthroposophie

GA 75/1922-05-11/p050 ·1922-05-11 · original (original)
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Eine nächste Stufe der übersinnlichen Erkenntnis ist die Inspiration. Sie wird dadurch errungen, daß man immer mehr und mehr ausbildet, ich möchte sagen den Gegenpol des Meditierens und Sich-Konzentrierens. Wer eine gewisse Übung sich angeeignet hat im Meditieren und Konzentrieren, der weiß, daß man, wenn man das Denken erkrafter, zugleich die innere Neigung bekommt, in dem, was sich als ein Teil der Seele als erkraftetes Denken ergibt, stehenzubleiben. Man muß sich beim Verlassen dieser erkrafteten imaginativen Gedanken mehr anstrengen als beim Verlassen eines anderen Gedankens. Aber wenn man es dazu bringt, daß man nun wirklich aus dem Bewußtsein wiederum herauswerfen kann diese erkrafteten Gedanken - diese ganze imaginative Welt, die man sich zunächst angeeignet hat -, wenn man mit anderen Worten das Bewußtsein leer machen kann - nicht leer machen kann auf dem gewöhnlichen Standpunkt, sondern leer machen kann, nachdem man es zuerst innerlich erkraftet hat -, dann wird diese Leerheit des Bewußtseins etwas ganz anderes, als was die Leerheit des Bewußtseins im gewöhnlichen Leben ist. Da ist die Leerheit des Bewußtseins das Schlafen.

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