6. Agnostizismus in der Wissenschaft und Anthroposophie
Das sind nur Andeutungen, die ich in dem Sinne geben möchte, daß sie ein wenig zeigen könnten - ich weiß, wie unvollkommen man in einem solchen orientierenden Vortrage sein muß -, wie fern es der Anthroposophie liegt, sich in einer dilettantischen Weise in Opposition gegen die anerkannte Wissenschaft zu stellen, wie es ihr vielmehr gerade darauf ankommt, die letzte Konsequenz aus der agnostischen Form der Wissenschaft zu ziehen und dadurch gerade zu der Anschauung dessen zu kommen, was als Ergänzung hinzugefügt werden muß zu dieser Wissenschaft. Es wird das ja schon empfunden, und im Grunde genommen gibt es viele, insbesondere Angehörige der jüngeren Generation, die da fühlen lernen, daß die Wissenschaft, wie sie jetzt besteht, nicht genügt, die fühlen: Wir brauchen noch etwas anderes, denn sie genügt uns nicht. Gerade wenn wir es sonst ehrlich mit ihr meinen, dann müssen wir durch sie zu etwas anderem kommen. Und gerade für jene, die die Wissenschaft nicht bloß als Antwort, sondern in einem höheren Sinne als Frage kennenlernen, will Anthroposophie dasein — nicht um sie in einen Dilettantismus hineinzutreiben, sondern um gerade in der richtigen, exakten Weise von der Wissenschaft zu dem fortzuschreiten, was diese selber, wenn sie nur konsequent verfolgt wird, fordert.