6. Agnostizismus in der Wissenschaft und Anthroposophie
Wenn wir aber diese Umwandlung selbst in die Hand nehmen, wenn wir es dazu bringen, dasjenige, was zum Beispiel in einer gewissen Beziehung in uns gewohnheitsmäßig ist, einmal radikal zu ändern - da, wo eine Änderung möglich erscheint -, wenn wir also innerlich uns gegen uns selbst so betragen, daß wir uns nach einer gewissen Richtung hin durch unseren eigenen Willen zu einem anderen Menschen machen, dann müssen wir unser inneres Erleben durch Jahre, oftmals durch Jahrzehnte aktiv verstärken, denn solche Willensübungen brauchen Zeit. Man nimmt sich vor: Du bildest eine gewisse Eigenschaft oder die Form einer Eigenschaft in dir aus. - Nach Monaten merkt man, wie wenig es einem gelingt, in dieser Weise das, was sonst der Leib aus einem macht, aus sich selbst zu machen. Aber wenn man sich immer mehr und mehr anstrengt, dann schaut man nicht nur seinen inneren, übersinnlichen Menschen an, sondern dann gelangt man dazu, diesen inneren Menschen gewissermaßen ganz durchsichtig zu machen. Ein Sinnesorgan wie unser Auge würde uns nicht als Sehorgan dienen können, wenn es nicht selbstlos - wenn ich mich des Ausdrucks bedienen darf - seine eigene Substantialität zurücknähme. Dadurch ist es durchsichtig, physisch durchsichtig. So werden wir durch Willensübungen sozusagen innerlich seelendurchsichtig.