6. Agnostizismus in der Wissenschaft und Anthroposophie
Dies, meine sehr verehrten Anwesenden, meine sehr verehrten Kommilitonen, möchte die Anthroposophie. Leben möchte sie bringen in die menschliche Seele, in den menschlichen Geist - nicht eine ihr oftmals nachgesagte Opposition gegen das sein, was gerade sie als vollberechtigt im modernen Wissenschaftsgeist anerkennt. Fortführen möchte sie diesen Wissenschaftsgeist, damit er aus dem Äußerlichen, Materiellen, Naturalistischen in das Geistig-Seelische hineindringen kann. Und gerade wer in dieser Weise heute die Menschenbedürfnisse durchschauen kann, ist überzeugt, daß in zahlreichen Menschen der Gegenwart bereits der innere, unbewußte Drang nach einer solchen Fortführung des Wissenschaftsgeistes der Gegenwart besteht. Nur das bewußt ausgestalten, was in vielen als ein dunkler Drang lebt - das möchte die Anthroposophie. Und nur derjenige wird sie im richtigen Lichte und in ihrem Verhältnis zur Wissenschaft schauen, der sie in ihrem wahrem Lichte, nicht in den Entstellungen kennenlernt, die man in der heutigen Zeit zum Teil von ihr entwirft.