6. Agnostizismus in der Wissenschaft und Anthroposophie

GA 75/1922-05-11/p089 ·1922-05-11 · original (original)
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Was war das Wesentliche dieser Erkenntnismethode? Ich meine jetzt nicht alles, sondern eben nur eine bestimmte Phase derselben. Da ist zum Beispiel der altindische Yogaprozeß, der wahrhaftig keine Aufwärmung in der Anthroposophie erfahren soll. Das können wir erfahren dadurch, daß das, was ich schildere, zunächst diesem Yogaprozeß sehr ähnlich zu sein scheint, nicht wahr. Wenn man das aber nicht selbst erst hineinlegt, so werden sie nicht finden, daß das, was ich schildere, dem Yogaprozeß ähnlich ist. Dieser bestand darin, daß auf einer Stufe der Menschheitsentwicklung, in der das ganze menschliche Leben weniger differenziert war als heute, empfunden wurde, wie der rhythmische Atmungsprozeß in einem Zusammenhange war mit dem Denkprozeß. Heute schauen wir die Sache physiologisch an. Heute wissen wir: Indem wir atmen, indem wir einatmen, drücken wir zu gleicher Zeit durch den Rückenmarkskanal die Atemkraft, also wir drücken die Atemluft in das Gehirn hinein. Im Gehirn setztsich in metamorphosierter Weise der Atmungsprozeß fort, so daß wir — physiologisch aufgefaßt - eine Synthese des Atmungsprozesses und des Denkprozesses haben.

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