6. Agnostizismus in der Wissenschaft und Anthroposophie
Meine sehr verehrten Anwesenden, wenn man auf irgendeine Weise kritisieren will, so muß man das kritisieren, was unmittelbar gesagt worden ist, nicht das, wovon im Vortrage nicht gesprochen werden konnte und von dem man dann sagt, es sei nicht begründet oder dergleichen. Wie kann irgend etwas nicht begründet sein, was nur einfache Schilderung ist? Ich habe ja- das mache ich gerade in den einleitenden Vorträgen - nichts anderes getan als geschildert. Nur derjenige, der wüßte, was dann vorgeht, wenn man diese Dinge wirklich vornimmt, könnte sagen, etwas sei nicht begründet. Wenn man diese Dinge wirklich vornimmt, das heißt, wenn man nicht mehr bloß von außen über diese Dinge spricht, dann wird man sehen, daß sie viel tiefer begründet sind als irgendeine mathematische Wissenschaft, denn sie gehen viel näher an das Seelische heran als die mathematischen Prozesse. Und so ist gerade eine solche Kritik eine außerordentlich äußerliche. Und daß die Anthroposophie immer nur in dieser äußerlichen Weise aufgefaßt wird, macht ihr Auftreten ja so außerordentlich schwierig. Bei keiner anderen Wissenschaft verlangt man, daß man dann, wenn ein Vortrag gehalten wird, alles gibt. Nur von der Anthroposophie verlangt man, daß sie in einem Vortag alles gibt. Ich habe von Anfang an gesagt, daß ich das nicht kann.