6. Agnostizismus in der Wissenschaft und Anthroposophie

GA 75/1922-05-11/p099 ·1922-05-11 · original (original)
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Herr H. Schmidt: Meine Damen und Herren, ich möchte etwas kritisieren, vielmehr mit einem Fragezeichen versehen: Herr Dr. Steiner hat heute abend gesagt, jede wissenschaftliche Weltanschauung sei in dem Sinne Dualismus, daß sie zu dem, was unmittelbar und gewiß ist, ein Ungewisses hinzusetzen muß. Es leuchtet ein, daß dieses andere in der Anthroposophie die übersinnliche Welt ist. Der wissenschaftliche Wert einer Philosophie zeigt sich uns aber darin, wieweit es ihr gelingt, die innere Beziehung zwischen dem Übersinnlichen und dem Sinnlichen darzustellen - ich sage mit Absicht der «wissenschaftliche» Wert, nicht der kulturelle oder psychologische. Der Platonismus etwa, dem es in dieser Hinsicht gar nicht so oft gelungen ist, das Verhältnis zwischen Idee und Wirklichkeit zu konstruieren, hatte eine ungeheure kulturelle Bedeutung.

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