6. Agnostizismus in der Wissenschaft und Anthroposophie
Rudolf Steiner: Meine sehr verehrten Anwesenden, ich möchte zunächst das folgende sagen: Die ganze Natur der Ausführungen, die ich heute abend gemacht habe, verbot mir, an der Stelle, wo ich von Mathematik sprach, von Analogie zu sprechen, und ich bitte Sie, sich genau darauf zu besinnen, daß ich das Wort Analogie nicht gebraucht habe. Das ist kein Zufall, sondern das ist eine durchaus bewußte Sache. Ich konnte auch das Wort Analogie nicht gebrauchen, weil gar nicht die Rede war von einer Analogie mit der Mathematik, sondern es wurde das mathematische Denken verwendet, um zu einer Charakteristik des inneren Gewißheitserlebnisses zu kommen. Und indem ich versuchte klarzulegen, wie man in der Mathematik zu einem inneren Gewißheitserlebnis kommt, wollte ich zeigen, wie man sich auf einem ganz anderen Gebiete, wo man in derselben Weise zur Gewißheit zu kommen versucht, eben diesen Grad der Gewißheit auch erwerben kann. Es handelt sich also nicht um eine Analogie mit der Mathematik, sondern es handelt sich darum, zwei reale Seelenerlebnisarten anzuführen, die in nichts anderem miteinander verglichen werden sollen, als daß hingewiesen wird auf das Erlangen von innerer Gewißheit. Meine sehr verehrten Anwesenden, es ist also dasjenige, was der verehrte Vorredner gesagt hat, nicht eine Anknüpfung an meinen Vortrag, denn er hätte ja dann nicht das Wort Analogie brauchen können. Ich habe es vermieden, weil es nicht hineingehört.